Studiofotografie mit Systemblitzen im Homestudio - was ist nötig

Neulich fragte einer unserer Kunden bei unserem betreuten Forum auf Flickr folgendes:

Ich möchte mir gerne für mein "portables Mini-Studio" zu Hause etwas Equipment zulegen:

1)      eine portable Softbox für meinen Systemblitz

2)      ein Leuchtenstativ

Zu 1) hatte ich an die Ezybox (54/60cm) quadratisch oder an die Firefly Beauty Box (65cm) Octo-Form gedacht. Da ich die Softboxen jedes Mal nach Gebrauch wieder wegpacken muss, ist eine Wertigkeit notwendig, die ich glaube ich nicht bei den Walimex-Produkten (o.ä.) bekomme.

Zu 2) hatte ich an das Walimex FW-806 (mit Luftfederung) oder WT-806 (ohne Luftfederung) als auch das Manfrotto Stativ Mini Compact AC gedacht. Vorteil Walimex: günstig; Vorteil Manfrotto: vielversprechendes Packsystem.
Als Zweitblitz (neben dem Canon 580 EXII) dachte ich an das Yongnuo 580 II. Zwar ohne ETTL, aber für knapp 70 Euro ein guter Slave.
Zielaufnahmen sind "kleine" People / Portraits (auch mal draußen) und Objektaufnahmen (Produkt/Tabletop).
Hat jemand Erfahrungen mit diesen Produkten oder eine Empfehlung für mich?

Hier kann man jetzt natürlich zum enormen Fachvortrag ausholen, die gesamte Idee in Frage stellen oder mit der üblichen Materialschlacht beginnen. Nun bin ich wirklich jemand, dem aufgrund der Möglichkeiten und Ressourcen der Fotoschule alle denkbaren Lösungen parat und könnte hier sicherlich bei der Beratung aus dem Vollen schöpfen, aber das würde sehr schnell das Budget in die Höhe treiben.

Als jemand, der über mehrere Jahre hauptsächlich mit Systemblitzen gearbeitet hat, kann ich den Ansatz hinter der Anfrage sehr gut verstehen. Die Teile sind handlich, passen in jede Fototasche und universell einsetzbar. Ich habe damals ein ganzes Hotel, bzw. dessen Suiten damit für die Innenraumfotos ausgeleuchtet, kein Problem. Ebenso waren die Blitze auf Workshops indoor in Gebrauch zum Thema Peoplefotografie. Auch da machen sie eine gute Figur. Man ist das lange her, ich hatte noch gar keine grauen Haare…

Zum Einsatz kamen bei mir bis zu 4 Blitze von Canon und Sigma. Auch wenn das jetzt so klingt, als wäre das damals eine Traumlösung gewesen, so musste man doch mit einigen Einschränkungen leben. Ich liste mal die Vor- und Nachteile für die unterschiedlichen fotografischen Genres auf:

Peoplefotografie Indoor
Pro:
·       Mobil
·       geringer Platzbedarf
·       keine Abhängigkeit vom Stromnetz
·       mittlerweile einiges an Lichtformern verfügbar

Cons:
·       Licht i.d.R. weniger richtbar als bei Blitzanlagen
·       Ein Licht kommt bei den meisten System aus Richtung Kamera
·       Der Kompaktblitz blitz tendenziell nach vorn raus, dadurch auch mit Lichtformern kein so      gleichmäßiges, weiches Licht möglich
·       Weniger Auswahl an Lichtformern
·       Kleinere Lichtformer / dadurch immer punktförmigeres, härteres Licht

Peoplefotografie Outdoor
Pro:
·       Mobil, keine Portylösung nötig
·       mittlerweile einiges an Lichtformern verfügbar
·       Wenn Energie verbraucht einfach neue Akkus / Batterien einlegen

Cons:
·       Viel weniger Leistung als ein größerer Porty, dadurch Gegenlichtaufnahmen nur mit     relativ nahem Aufnahmeabstand möglich
·       Weniger flexible Lichtformer

Wenn ich heute die Wahl habe nutze ich immer eine Studioblitzanlage, sowohl Indoor als auch Outdoor. Im Outdoorbereich setze ich dennoch rel. häufig den Systemblitz ein, allerdings weniger bei geplanten Shootings, als mehr in Situationen, wo es schnell gehen muss. Am roten Teppich oder beim rauskommen aus dem Standesamt.

Früher habe ich auch einige Sachaufnahmen mit Systemblitzen angefertigt, ich nenne das bewusst Sachaufnahmen und nicht Produktfotos, denn mit denen hatte es wenig zu tun. Es handelt sich um einen Status meiner Möglichkeiten, als ich noch auf dem Küchentisch mit Lichtwürfel und Systemblitzen experimentierte. Das erstaunliche ist, dass tatsächlich einiger dieser Bilder bis heute bei Stockagenturen gelistet sind und hin uns wieder verkauft werden ;-).

Es geht also auch so, aber, für Produktfotografie halte ich die Systemblitze für noch viel schlechter geeignet, im Vergleich zu einer Blitzanlage, als bei der Peoplefotografie. Bei der Produktfotografie geht es häufig um ein flächiges Grundlicht, dieses können die Systemblitze aufgrund der geringen nach vorn gerichteten Austrittöffnung für das Licht bereits nicht liefern. Dann werden in der Produktfotografie aber auch noch regelmäßig Lichtakzente gesetzt, Licht, welches lediglich bestimmte Bereiche inszeniert oder eben auch nicht. Hierzu ist eine Vielzahl an Lichtformern, hauptsächlich sehr enge, stark gerichtete Spots notwendig. Letzten Endes entstehen viele Produktfotos mit komplexesten Lichtaufbauten. 6,7, oder auch 10 Lichtquellen sind nicht unüblich. Eine Einregelung dieser bedarf Erfahrung und vernünftiger Lichtmesstechnik, letzten Endes aber auch einer schnell einregelbaren Anlage. Andernfalls kann man mit dem Aufbau Stunden verbringen.

So, jetzt wollen wir mal zum Ursprung zurück. Grundsätzlich halte ich die Idee mit der beschriebenen Lösung zu beginnen für gut. Das Investitionsvolumen ist gering und es lassen sich erste Ergebnisse erzielen. Was die Stativfrage betrifft kann man Manfrotto natürlich uneingeschränkt empfehlen, es gibt kaum etwas wertigeres am Markt. Andererseits kommt mir die Kombination aus 70€ Blitze und 90€ Stativ natürlich schon ulkig vor. Ich würde auf einen der kleineren Nachbauten setzen. Unsere B.I.G. Stative im Studio sind nun wirklich relativ viel im Einsatz, im Studio, am Strand und auf Mallorca und haben sich bislang immer gut geschlagen.

helios_leuchten-studiostative.jpg

25,00 € inkl. MwSt., ohne Versand

69,00 € inkl. MwSt., ohne Versand

49,00 € inkl. MwSt., ohne Versand

59,00 € inkl. MwSt., ohne Versand

Stative, egal von wo und welche, aber nicht zu unterdimensioniert kaufen. Also analog oder massiver als das Helios LS 12.

Die Ezyboxen sind mit Sicherheit toll. Lastolite ist vielleicht  nicht der Mercedes unter den Softboxen, für einen soliden Golf reicht es aber. Die Firefly Beauty Box „PRO“ macht einen sehr guten Eindruck. Ich habe das Teil noch nie in Händen gehalten, aber was ich im Web an Bildern und Videos finden konnte überzeugt mich an Langlebigkeit und Robustheit. Doch macht diese Kombination der Softboxen überhaupt Sinn? Bei der Ezybox würde ich mich nach den noch günstigeren Alternativen am Markt umschauen. Unsere B.I.G. SOBO ist auf Workshops im Einsatz und zeigt trotz ständigen Auf- und Abbaus keinerlei Ermüdungserscheinungen. Was ich zusätzlich nicht 100% einschätzen kann ist, ob der Unterschied der Lichtwirkung zwischen der quadratischen Sobo und der Firefly Beauty Box on Oktaform überhaupt sichtbar ist. Outdoor beim Aufhellen spielt es sicher eine untergeordnete Rolle. Im Studio wird man vermutlich anhand der Form des gespiegelten Reflexes im Auge zumindest den Unterschied erkennen. Bei der Sachfotografie wird die Ausleuchtung u.U. beim Firefly Beauty Box auf z.B. dem Hintergrund etwas kreisförmiger sein. Allerdings sind bei all diesen Boxen die Ränder nicht besonders scharf am Motiv erkennbar, sprich, man erhält keine klare, harte Abgrenzung des Lichts.

helios_magic_square_softbox_flash_40x40.jpg

55,00 € inkl. MwSt., ohne Versand

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Meine Kaufempfehlung für die Lichtformer wäre:
·       B.I.G. Sobo
·       Ggf. Firefly Beauty Box
·       Wir lieben unser B.I.G. Speedlite Pro Kit mit 2 Standardreflektoren, einmal Diffusor, einmal Wabe, mit 2 Snoots mit unterschiedlichen Waben, mit einer 6-eckigen Sobo und einem Beautydish – alles in praktischer Transporttasche und bei uns ständig im Auto.

b.i.g._speedlite_pro_set.jpg

89,00 € inkl. MwSt., ohne Versand

·       Alternativ zu den ganzen Lichtformern speziell für Systemblitze gibt es auch noch Adapter für Systemblitze an ein Studiobajonett, z.B. für das Bowens System.

helios_blitzhalter_fuer_helios_bajonett.jpg
 

45,00 € inkl. MwSt., ohne Versand

Diesen Adapter wollen wir auch noch kurz vorstellen. Er bietet die Möglichkeit Systemblitze hinter Lichtformern aus dem Studio zu betreiben. Wo macht das aber Sinn, und wo gar nicht? Wir oben erwähnt geht das meiste Licht bei den Systemblitzen nach vorne raus. Wir würden also niemals empfehlen das System an einer großen Sobo zu betreiben. Bei einer 2m Oktabox kommt in der Mitte ein starkes Licht raus und der Rand bleibt dunkel, ist ja klar. Aber mit einem Beautydish macht das Ganze natürlich richtig Spaß, denn hier wird das frontal austretende Licht ja zurückgeworfen und kann sich so optimal im Beautydish ausbreiten. Relativ geeignet sind auch noch der Spotvorsatz und das Flügeltor, so denn rel. geschlossen gehalten.

Je länger ich an diesem Artikel schreibe, umso mehr fällt mir dazu ein und umso mehr Teile können wir den einen oder anderen Einsatzfall sinnvoll sein. Vielleicht zeige ich mal ein paar davon in Videos.

Final möchte ich noch zum Blitz Stellung nehmen. Selbstredend sind die Yongnuo 580 II gut und am Markt bewährt. Alternativ können auch wir ähnliche Modelle bereitstellen. Von B.I.G. haben wir den SB-58 im Programm, einen manuellen Systemblitz ohne TTL, der über einen Zoomreflektor, eine Leistungssteuerung in Drittelschritten und eine Leitzahl von 58 verfügt. Wir testen den Blitz gerade und kommen mit einem Bericht auf Sie zu. Wer den Blitz erwerben möchte schaut hier:

strobisten_b.i.g._blitzgeraet.jpg

79,00 € inkl. MwSt., ohne Versand

Neben der Möglichkeit die manuellen Blitze per Fotozelle auszulösen besteht natürlich die Möglichkeit Funksysteme zu verwenden. Wir setzen da auf das System von B.I.G., haben aber auch sehr viel Gutes über viele andere Systeme gehört!

Wir hoffen ein wenig zur Aufklärung beigetragen zu haben. Bei Fragen einfach Mailen oder uns bei Facebook fragen!

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