Viltrox 16mm Langzeittest

Viltrox 16mm f/1.8 im Langzeittest – Das Preis-Leistungs-Ultraweitwinkel für Nikon Z? - Ein Blogbeitrag von Robert Pilari!

Das Viltrox 16mm f/1.8 war für mich eines dieser Objektive, bei denen ich schon nach den ersten Bildern das Gefühl hatte: Da könnte richtig Potenzial drinstecken. Genau deshalb soll es heute einmal ausführlich um meine Erfahrungen mit diesem Ultraweitwinkel gehen.

Rollei war so freundlich und hat mir das Objektiv für einen Test zur Verfügung gestellt. Inzwischen war ich allerdings nicht nur ein paar Stunden damit unterwegs, sondern habe das Objektiv über anderthalb Monate intensiv genutzt – unter anderem auf Reisen, in der Landschaftsfotografie, bei Nachtaufnahmen und natürlich auch im Bereich Astro- bzw. Milchstraßenfotografie.

Und genau deshalb möchte ich heute nicht einfach nur technische Daten herunterbeten, sondern euch möglichst praxisnah zeigen:

  • wie sich das Objektiv im Alltag schlägt,
  • wo die Stärken liegen,
  • wo die Schwächen liegen
  • und für wen sich das Ganze wirklich lohnt.

Den Link zum Objektiv findet ihr natürlich in der Videobeschreibung beziehungsweise unter dem Artikel.

Hier findest Du ein paar Aufnahmen des Objektives! Ein Klick auf eines der Bilder und Du kannst sie groß sehen:

Wenn Du das Objektiv lieber in einem Video von uns mit Robert kennenlernen willst, dann schaue hier:


Technische Daten und erster Eindruck

Beginnen wir zunächst einmal mit den wichtigsten technischen Daten.

Das Viltrox 16mm f/1.8 gibt es aktuell für:

  • Sony E-Mount
  • Nikon Z
  • sowie inzwischen auch für den L-Mount.

Der Blendenbereich reicht von f/1.8 bis f/22. Gerade die hohe Lichtstärke macht das Objektiv natürlich extrem interessant für:

  • Astrofotografie,
  • Milchstraßenfotografie,
  • Nachtaufnahmen
  • und generell Low-Light-Situationen.

Zusätzlich besitzt das Objektiv neun Blendenlamellen, was besonders bei Sonnensternen und Blendensternen eine wichtige Rolle spielt.

Mit ungefähr 565 Gramm ist das Objektiv trotz seiner Lichtstärke noch angenehm leicht. Natürlich ist es kein kleines Pancake-Objektiv, aber für ein Ultraweitwinkel mit f/1.8 absolut im Rahmen.

Besonders gefreut habe ich mich über das 77-mm-Filtergewinde. Das klingt zunächst banal, ist in der Praxis aber extrem wichtig. Viele Ultraweitwinkelobjektive besitzen stark gewölbte Frontlinsen, wodurch normale Schraubfilter kaum nutzbar sind. Hier kann man dagegen problemlos ND-Filter, Polfilter oder Verlaufsfilter verwenden – gerade für Landschaftsfotograf:innen ein riesiger Vorteil.


Verarbeitung und Bedienung

Schon beim ersten Anfassen merkt man relativ schnell:
Das Objektiv wirkt hochwertig.

Das Gehäuse besteht größtenteils aus Metall und fühlt sich entsprechend robust an. Trotzdem bleibt das Gewicht angenehm ausgewogen.

Besonders positiv aufgefallen sind mir:

  • der große Fokusring,
  • die angenehme Haptik,
  • sowie die insgesamt sehr saubere Verarbeitung.

Der Fokusring läuft weich und präzise, wodurch sich der Fokus sehr exakt setzen lässt – besonders hilfreich bei Nachtaufnahmen oder manueller Astrofotografie.

Zusätzlich besitzt das Objektiv einen eigenen Blendenring. Dieser kann entweder:

  • stufenlos
  • oder gerastert genutzt werden.

Das ist besonders interessant für Filmer:innen, da sich dadurch weiche Blendenfahrten realisieren lassen.

Dreht man über Blende 22 hinaus, gelangt man automatisch in den „A“-Modus, wodurch die Blende wieder bequem über die Kamera gesteuert werden kann.

Außerdem gibt es:

  • einen AF/MF-Schalter,
  • zwei frei belegbare Funktionstasten,
  • eine Dichtlippe gegen Staub und Spritzwasser
  • sowie einen USB-C-Anschluss für Firmware-Updates.

Gerade letzteres zeigt, wie modern das Objektiv eigentlich gedacht ist.


Das Display – Spielerei oder wirklich sinnvoll?

Das Erste, was vermutlich vielen auffällt, ist das integrierte Display auf dem Objektiv.

Und ich muss ehrlich sagen:
Am Anfang hielt ich das eher für eine Spielerei.

Nach einigen Wochen Nutzung hat sich meine Meinung allerdings geändert.

Auf dem Display werden unter anderem angezeigt:

  • die aktuelle Fokusdistanz,
  • der Fokusmodus (AF/MF),
  • sowie verschiedene weitere Informationen.

Gerade bei manueller Fokussierung – beispielsweise nachts – ist das extrem hilfreich.

Ein wenig Spielkram, für Deine Aufmerksamkeit:

Verschiebe den Balken in der Mitte, um die beiden Bilder zu vergleichen.

Die App und die Zusatzfunktionen

Viltrox liefert zusätzlich eine eigene App mit:
„Viltrox Lens“.

Darüber lassen sich unter anderem:

  • Firmware-Updates installieren,
  • Funktionstasten konfigurieren,
  • Startanimationen ändern,
  • der Screensaver konfigurieren
  • und Fokuspunkte speichern.

Klingt zunächst nach Spielerei – hat in der Praxis aber tatsächlich Mehrwert.

Besonders spannend fand ich die Möglichkeit, zwei Fokusdistanzen zu speichern und per Knopfdruck zwischen ihnen zu wechseln.

Das habe ich überraschend häufig genutzt:

  • nachts für Sterne und Unendlichfokus,
  • tagsüber für Hyperfokaldistanz in der Landschaftsfotografie.

Gerade bei Ultraweitwinkel-Aufnahmen spart das enorm Zeit.


Bildqualität und Schärfe

Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt:
Wie gut ist die Bildqualität wirklich?

Und hier hat mich das Viltrox ehrlich überrascht.

Bereits bei Offenblende liefert das Objektiv in der Bildmitte eine extrem hohe Schärfe. Selbst bei f/1.8 wirken Details klar, kontrastreich und sauber aufgelöst.

Beim Abblenden verbessert sich die Leistung in den Randbereichen noch einmal sichtbar.

Der Sweet Spot liegt ungefähr bei:

  • f/5.6
  • bis f/8.

Dort liefert das Objektiv insgesamt die beste Gesamtperformance.

Besonders positiv:
Die Schärfe nimmt auch in den Randbereichen deutlich zu.

Erst bei sehr kleinen Blenden wie f/22 wird die Beugungsunschärfe sichtbar und das Bild wirkt insgesamt weicher.


Vignettierung und Verzeichnung

Natürlich gibt es bei einem Ultraweitwinkel auch gewisse optische Eigenheiten.

Die Vignettierung ist bei Offenblende sichtbar, reduziert sich aber bereits ab f/2.8 deutlich und verschwindet ab etwa f/5.6 fast vollständig.

Wirklich beeindruckt hat mich dagegen die geringe Verzeichnung.

Selbst in den Randbereichen bleiben Linien erstaunlich gerade – ein enormer Vorteil für:

  • Architektur,
  • Landschaft,
  • oder Innenaufnahmen.

Gegenlichtverhalten

Der größte Schwachpunkt des Objektivs zeigt sich bei extremem Gegenlicht.

Fotografiert man direkt in starke Lichtquellen hinein, entstehen teilweise:

  • Lensflares,
  • interne Reflexionen
  • und leichte chromatische Artefakte.

Das ist allerdings bei Ultraweitwinkeln nichts Ungewöhnliches.

Dafür produziert das Objektiv wirklich schöne Sonnensterne. Bereits bei f/8 entstehen sehr definierte Strahlen, die mit weiterem Abblenden noch ausgeprägter werden.


Astrofotografie und Milchstraße

Natürlich war für mich besonders spannend:
Wie schlägt sich das Objektiv bei Nacht?

Leider hatte ich während meines Tests oft Pech mit dem Wetter. Trotzdem konnte ich einige Astro-Aufnahmen machen.

Die gute Nachricht:
Das Objektiv eignet sich definitiv für Milchstraßenfotografie.

Im Zentrum sind die Sterne bereits bei Offenblende sauber dargestellt.

In den Randbereichen zeigt sich zwar leichte Koma-Bildung, allerdings deutlich weniger stark, als ich es von vielen anderen Objektiven dieser Preisklasse kenne.

Bereits bei f/2.8 verbessert sich die Situation sichtbar.

Wer also:

  • Astrofotografie,
  • Sterne,
  • Milchstraße
  • oder Nachtlandschaften fotografieren möchte,
    bekommt hier ein wirklich starkes Gesamtpaket.

16mm_15.png

Mein Fazit nach anderthalb Monaten

Nach rund sechs Wochen intensiver Nutzung bleibt bei mir vor allem ein Eindruck:

Das Viltrox 16mm f/1.8 macht unglaublich viel Spaß.

Und zwar nicht nur wegen der Bildqualität, sondern auch wegen der vielen kleinen Zusatzfunktionen.

Die Kombination aus:

  • hoher Lichtstärke,
  • sehr guter Schärfe,
  • modernem Bedienkonzept,
  • App-Anbindung
  • und attraktivem Preis

macht das Objektiv aktuell zu einer extrem spannenden Alternative im Ultraweitwinkelbereich.

Natürlich gibt es Schwächen:

  • Gegenlicht ist nicht perfekt,
  • Offenblende zeigt leichte Vignettierung,
  • und bei Astro-Aufnahmen gibt es minimale Koma-Artefakte.

Aber:
Gemessen am Preis-Leistungs-Verhältnis liefert das Objektiv erstaunlich viel.

Gerade für:

  • Landschaftsfotografie,
  • Astrofotografie,
  • Reisen,
  • Architektur
  • oder kreative Ultraweitwinkel-Aufnahmen

ist das Viltrox 16mm f/1.8 meiner Meinung nach ein echtes Highlight.

Und genau deshalb könnte es aktuell eines der spannendsten Ultraweitwinkel-Objektive für Nikon Z sein.

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