Fotowettbewerbe – was sollte man beachten

Tja, was soll ich sagen, nachdem ich in den letzten Jahren überwiegend in der Jury von Fotowettbewerben gesessen habe, habe ich mich mal wieder dazu hinreißen lassen an einem Fotowettbewerb teilzunehmen. Der erste Fehler war sicherlich, dass ich mich durch die Teilnahme von einigen meiner Kunden und das Erscheinen derer Bilder in meiner Facebook Timeline dazu habe leiten lassen. Selbstverständlich sollte man nur an einem Fotowettbewerb teilnehmen, wenn man voll dahinter steht und einem die Konsequenzen klar sind. So habe ich mehr nebenbei ein Bild einer der letzten Mallorca Fotoreisen eingereicht, es war auch noch die falsche Bearbeitung, mittlerweile gab es eine 2. Version, aber darum soll es hier nicht gehen. Wann immer ich in der Jury eines Fotowettbewerbs saß, haben wir versucht die Bewertung anhand von nachvollziehbaren Kriterien zu gestalten. Nur so können die Teilnehmer hinterher nachvollziehen, warum ein Foto platziert wurde und ein anderes Foto beim Wettbewerb leer ausging. Natürlich habe ich mir immer sehr genau angesehen, wer mit mir in der Jury saß und ob die Jury zum einen gemeinsam arbeiten konnte, und zum anderen Fachleute zusammen kamen, die ein kompetentes Ergebnis herbeiführen konnten.

In aller Regel macht es auch für einen selber Sinn, sich vorab mit den Bewertungskriterien zu beschäftigen. Ich lege mir die Kriterien immer zurecht und überprüfe eben diese bei jedem Foto, welches ich bewerte:


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Bei dem aktuellen Fotowettbewerb waren überwiegend nicht Fachleute in der Jury. Die Bewertung war nicht nachvollziehbar und die Kriterien nach denen bewertet wurde unklar. So kamen auf die ersten Plätze Bilder, die die meisten Fotografen, die ich kenne im Hinfallen besser machen können. Auf Platz 2 ein Landschaftsfoto mit einem 5° schiefen Horizont. Richtig geile Fotos waren gar nicht in der Endausscheidung oder landeten weit abgeschlagen. Das wäre so, als würde bei einem Gesangswettbewerb derjenige, der am schiefsten singt den 2. Platz belegen. Das mag bei DSDS mit Herrn Daniel K. möglich sein, bei seriösen Gesangswettbewerben sicher nicht!

Unsere Empfehlung: An Fotowettbewerben nur teilnehmen, wenn klar ist, wie der Benefit ist.  Es macht keinen Sinn, wenn eine People-Studiofotografin plötzlich Urlaubsfotos bewertet, die überwiegend aus dem Genre der Landschaftsfotografie sind.  Ich setze ja auch keinen Architekturfotografen als Fototrainer für die Aktfotografie ein.

Ein weiteres wichtiges Kriterium bei Fotowettbewerben sind natürlich die Teilnahmebedingungen. Was passiert anschließend mit den Fotos. Wir bekommen regelmäßig über E-Mail-Verteiler und per Post Aufforderungen bestimmte Fotowettbewerbe unter unseren Kunden zu verbreiten. Die meisten Informationen hierzu werden von uns allein aufgrund der Teilnahmebedingungen nicht weitergegeben. Dort ist es oftmals so, dass man als Teilnehmer am Fotowettbewerb einen Großteil der Bildrechte an jemanden Dritten abtritt, ein Umstand, der gar nicht geht.

Also immer schön die Augen auf bei der Teilnahme an Fotowettbewerben von Leuten, die man nicht kennt!

 

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