Meine Gedanken zur Systemkamera-Situation

Wie die meisten wissen benutze ich (Frank Fischer) überwiegend Kameras des Canon-DSLR Segments für unsere Arbeit. Da wäre natürlich eine kompakte, spiegellose Systemkamera desselben Herstellers nicht die schlechteste Lösung. Nun ist aber auch bekannt, dass Canon mit der Canon EOS M sehr spät an den Markt kam, und die Kamera von Anfang an einige Schwächen aufzeigte. Dafür war sie günstiger als viele Wettbewerber. Wir entscheiden uns dennoch vor gut einem Jahr für die Anschaffung einer Olympus OMD und haben diesen Schritt nie bereut. Die OMD biete nach wie vor interessante Features und Funktionen, die wir gern nutzen. Die Artfilter gefallen teilweise wirklich gut, besonders „dramatik“ und „monokrom“ sind sehr schön als direkt auf der Kamera verwendbar. Dazu gefällt uns das Retrodesign und die wertige Verarbeitung. Mir persönlich als Technikfreak gefallen zudem der sauschnelle AF und der Spritzwasserschutz. Das Teil ist bei uns immer mal wieder im Einsatz und ergänzt unsere Ausrüstung. Zugegebenermaßen, und ich zähle nun nicht unbedingt zu denjenigen, die das als Status nötig haben, gefällt mir dennoch die Haptik der Canon 1DX besser. Die Kamera liegt in meinen großen Händen besser in der Hand und ich kann sie aufgrund der jahrelangen Canon Erfahrung einfach intuitiver bedienen. Darüber hinaus macht die 1DX auf mich noch mehr den Eindruck eines soliden Werkzeugs, mit dem man zur Not auch mal nen Nagel in die Wand kloppen kann. Warum schwafel ich Sie hier mit meinen Gedanken zu den im Einsatz befindlichen Kameras voll? Ganz einfach. Seit wenigen Wochen befindet sich der Preis der Canon EOS M im absoluten Tiefflug. Das Set aus EOS M und dem Standardzoom 18-55 ist von 900 auf unter 400€ gefallen. Selbst die großen Handelsketten schmeissen die EOS M nur so raus, was für ein Preissturz in den vergangenen Wochen. Doch was heisst das für uns, für Sie und für Canon. Für uns heisst das ganz eindeutig schön auf den zu vermutenden Nachfolger warten. Sobald hier ein besserer AF und ein paar der Features der Wettbewerber-Kameras Einzug halten, schlagen wir beim Launch der neuen M zu. Selbiges empfehlen wir Ihnen, wenn Sie nicht dringend jetzt eine EOS M benötigen, oder sehr gut mit dem aus unserer Sicht größten Schwachpunkt, dem lahmen AF leben können. Dann ist jetzt genau die richtige Zeit für „Schnäppchenjäger“. Für Canon heisst das aber auch, dass innerhalb kürzester Zeit, die EOS M wurde im September 2012 gelauncht, ein Preisverfall von satten 60% stattgefunden hat. Nicht gerade ein Zeichen für eine Qualitätsmarke. Man stelle sich vor, die 1DX würde heute etwas über 3000€ kosten, das Verhältnis wäre identisch und ich würde endgültig zu Nikon wechseln. So vergrault man aus unserer Sicht Kunden. Erst der letzte große Hersteller sein, der eine spiegellose Systemkamera auf den Markt bringt, dann nicht die Qualität halten, die man von der Marke gewohnt ist und dann massiv in 8 Monaten abpreisen – sorry, so wird das nichts. Dennoch werden wir allein zu Testzwecken bei dem Nachfolger mal zugreifen und schauen, was sich hier getan hat.

Stay tuned!

Teilen bei:  |   | WhatsApp