#communityprojekt100 - 100 ikonische Streetfotos #44

Am 30. März kam ich, nichts ahnend, wie gewohnt gegen 16:30 Uhr vom Dienst. Wie üblich lag meine Post in meinem Büro. Mit einem heißen Tee in der Hand, setzte ich mich auf meinen Bürosessel und schaute die Post durch. Werbung, Rechnungen…eben das, was man nicht braucht.

Dann fiel mein Blick auf ein Paket. Ich stutze, da ich nichts bestellt hatte. Nach dem Öffnen hielt ich das Buch „Street Photography – a history in 100 icons emages“ in den Händen. Ich hielt es lange in den Händen. Und ich überlegte…..und überlegte, aber ich kam nicht drauf. Erst beim Lesen des beigefügtem Ordners fiel der Groschen.

„Hurra ich bin dabei!"

Ich hatte mich bei dem Community Projekt von Frank Fischer beworben und, wie sich später herausstellte, die Bestättigungs e-mail übersehen. Demnach war die Freude um so größer.

Nun aber zu meiner Person – wer bin ich überhaupt Mein Name ist Andreas Groth, ich bin 53 Jahre alt und habe viele Kinder und eine tolle Frau dazu. Hauptberuflich arbeite ich in einer Wohneinrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Neben Familie und Beruf ist die Fotografie meine große Leidenschaft. Ich geh eigentlich nie ohne Kamera aus den Haus.

Warum ich fotografiere ?

In meiner Zeit als Altenpfleger in Altenheim habe ich gelernt, dass nichts bleibt außer die Bilder. Bei fast allen Alten und kranken Menschen waren es die Bilder in ihren Zimmern, die das Vergangene am Leben erhalten. Ein altes verblasstes Foto an der Wand, was für mich kaum noch zu erkennen war, löste bei Nachfrage, sehr viel Gefühle aus. Ein Leuchten trat in die trüben alten Augen und die alten Gesichter kamen wieder auf. Den Augenblick für immer festzuhalten und die Erinnerungen die sich an diesen Moment klammern sind meine Mutivation.

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Nun aber mal zur Sache:

Schon beim losen Durchblättern fiel mir Paul Hill´s Foto „Der Mann im Schnee“ ins Auge. Umso mehr war ich erfreut, als ich herausfand, dass genau das meine doppel Seite war. Über Paul Hill selbst konnte ich leider nicht viel in Erfahrung bringen. Das was über ihn bekannt ist, ist in wenigen Worten zusammen gefasst. Geboren wurde er 1941 in Ludlow Großbritannien. Er begann seinen Lebenslauf als Reporter und später wurde er Lehrer und Professor für Fotografie. Mit seiner Frau gründete er „The Photographer´s Place“ die erste Werkstatt für Wohnfotografie. Zu seinen wichtigsten Einflüssen gehörten Bill Brandt (1904-1983) und Henri Cartier Bresson. Sein 1974 in Österreich aufgenommenes Foto „Der Mann in Schnee“ zeigt ein mysteriösen Mann, über den wir nicht viel wissen. Durch seinen starken Kontrast wirkt dieses Bild fast Scherenschnitt artig. Es lädt dazu ein, sich seine eigene Geschichte auszudenken.

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Wo kommt er her?

Wer ist dieser Mann?

Wo geht er hin?

Nun zu meiner Umsetzung :

Ein recht passender Ort schien mir das LaGa Gelände der Landesgartenschau 2020 in Kamp Lintfort zu sein. Da es Frühling ist und nicht Winter, stellte ich mir die Frage , was kann ich noch umkehren ? Und überlegte, ob ich das Foto mit einer Frau statt einem Mann machen sollte. Eine Nonne wäre auf Grund ihrer Kleidung sicherlich toll gewesen, nur leider stand mir keine zur Verfügung. Dann stolperte ich über den Satz des Buchautors. „Stellen sie sich hier oben auf der Steigung einen schwarzen Hund vor, der sich umdreht und auf seinen Herren wartet.“ Einen großen schwarzen Hund habe ich.

So begann die Umsetzung.

Mit ein paar Leckerlis bewaffnet, der Kamera um den Hals und meiner Hündin Leica an der Seite ging es auf zu zum LaGa Gelände. Da Leica ein erfahrenes Modell ist und ich die Unterstützung meiner lieben Frau hatte, war das Foto Ruck-Zuck im Kasten.

Meine gewählte Brennweite dafür war 50mm an Vollformat mit einer Blende 1,8 . Auf dem Foto von Paul Hill ist unten links ein Stück Gehstock zuerkennen . So liegt auf meinem Foto neben der Silhouette vom schwarzen Hund als Pardon eine Leine. Beides vermittelt Halt und Sicherheit.

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Der Titel meines Bildes : „Der Herr ist gegangen“

Insgesamt hat es sehr viel Spaß und Freude gemacht an den Projekt mitzuwirken.

Viele Grüße

Andreas Groth

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